| MdL Thomas Gehring |
Bildungsexperte der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
zu Gast beim Forum Bildungspolitik in Bayern am 22. November 2010, München ![]()
"Stell Dir vor, es ist Schule und alle kommen mit!"
Thomas Gehring gibt einen Überblick über verschiedene Bereiche der Bildungspolitik aus seiner Perspektive:
- Mittelschule = vertane Chance
- Kultusminister Ludwig Spaenle propagiere die individuelle Förderung als Gegensatz zur "Einheitsschule" zur Sicherung eines der letzten ideologischen Residien.
- Gehring hat keine Sorge, dass die Diskussion gegen ein gegliedertes Schulsystem bestanden werden kann. Sein politisches Ziel sei es, jenseits der CSU politische Mehrheit dafür zu finden. Konkret will er die regionale Gemeinschaftsschule erreichen, mit einer speziellen Strategie für die Städte.
- Wichtig seien neben der Schulstrukturdebatte die Fragen "Was lernen wir?" und "Wie lernen wir?" In diese Diskussion müsse auch das Gymnasium einbezogen werden und generell die Fächerstrukturen zu Gunsten eines fächerübergreifenden Unterrichts bedacht werden.
- Zur Steuerung von Schulen sagt er, diese sei durch den Staat angesichts der bestehenden "Misstrauenskultur" schwierig. Modus 21 reiche nicht, um dies zu überwinden. Der Staat müsse Qualität sichern, aber will den Output steuern ohne den Input zu reduzieren.
Inklusion
Lt. Gehring widerspricht die inklusive Schule dem gegliederten Schulsystem. Die ersten Schritte zur Umsetzung der BRK müssten gleichwohl im gegliederten Schulsystem gegangen werden. Er berichtet aus der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe des Bayerischen Landtags und stellt die Frage in den Raum, wie lange die Arbeit dort erfolgreich fortgesetzt werden könne.
Zentral für Inklusion sind für Gehring
Inklusion bedeute für alle Kinder Vorteile
- Rahmenbedingungen und Unterstützungsbedingungen für Einzelintegration klären = Königsweg
- Kooperation Förderschulen - Regelschulen: klare Kriterien, Zukunft der Förderschulen?
- Lehrerbildung: sonderpädagogische Inhalte bei allen Lehrämtern
Lehrerbildung
- Schulartspezifische Lehrerbildung sei obsolet und antiquiert. Ziel: Stufenlehrerausbildung - auch als möglicher erster Schritt zu schulartübergreifendem Unterricht/Modularisierung.
- Vor diesem Hintergrund spricht sich Gehring gegen das Staatsexamen aus, weil die Orientierung an schulischer Realität anders besser möglich sei. Er favorisiert Universitäts- bzw. Laborschulen und die Bildung von Beiräten zur Lehrerbildung an Hochschulen. Es sei unglaubwürdig den Bologna-Prozess gerade in den Studiengängen nicht umzusetzen, für die der Staat zuständig sei.
- Ziel: Bildung von Lehrer-Teams mit anderen Professionen. Sie sollen das Lehrerbild überprüfen in Richtung Lehrer als Lernbegleiter.
Selbständige Schule
- Organismus, der sich selbst organisiert und damit Verantwortung übernimmt.
- Lehrer unterrichtet und entwickelt Schule
- Die Idee der Gemeinschaftsschule funktioniere nur als Modell der selbständigen Schule.
Finanzen
- Gute Bildung brauche mehr Geld. Gehring: Wenn wir regieren wollen, müssen wir verantwortliche Vorschläge machen.
- Evtl. werden Grüne geringfügige Neuverschuldung vorschlagen. Die demografische Rendite müsse in jedem Fall im System bleiben und schwerpunktmäßig in Inklusionsbudgets, Ganztagsschulen, Schulsozialarbeit und die Senkung der Klassendurchschnitte investiert werden.
Wir über uns Unsere Geschichte Mitgliedsorganisationen Positionen Veranstaltungstipps Suche Impressum/Kontakt